Afghanistan: Koordination der Hilfe für freiwillig Rückkehrende nach Afghanistan

Projektlaufzeit: 1. April 2003 - 31. August 2006

Von April 2003 bis August 2006 war IOM Wien mit der Implementierung des Projekts "Koordination der Hilfe für freiwillig Rückkehrende nach Afghanistan" betraut, welches vom Europäischen Flüchtlingsfonds (EFF) und dem Bundesministerium für Inneres (BMI) finanziert wurde. Dieses Projekt hatte das Ziel, eine Verbindung der Rückkehrberatung in Österreich, der Logistik der Rückreise und der Ankunft im Herkunftsland herzustellen. Dieses Programm stand in Österreich allen mit Rückkehr befassten behördlichen Stellen und NRO, die Afghan/innen betreuen, zur Verfügung. Zielgruppe waren afghanische Staatsangehörige in Österreich, wenn sie wieder in ihre Heimat wollten und freiwillige Rückkehr für sie eine sinnvolle Option war. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war es, durch die angebotenen Reintegrationsmaßnahmen zu einem erfolgreichen und dauerhaften Neubeginn der Rückkehrer/innen beizutragen.

Informationen in Dari.

Informationen in Paschto.

Das IOM-Koordinationsprojekt umfasst folgende Leistungen:

  • Die IOM-Koordinationsstelle erstellte einen monatlichen Rundbrief, welcher stets aktuelle Informationen über die Rückkehrmodalitäten, die allgemeinen sozio-ökonomischen Bedingungen in den spezifischen Regionen des Landes sowie weiterführende Informationen über mögliche Reintegrationsmaßnahmen vor Ort beinhaltete. Dieser Rundbrief wurde an alle einschlägigen Behörden, Beratungsstellen und Selbstorganisationen verteilt.
  • Ein Standardformular wurde an die Beratungsstellen verteilt und bei der Beratung von den Rückkehrinteressierten ausgefüllt. Dieser Fragebogen gab Auskunft über ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse und wurde IOM Kabul übermittelt, um anhand der angeführten Daten entsprechende Reintegrationsmaßnahmen zu treffen.
  • IOM Wien organisierte die Rückreise, inklusive der Beschaffung von Dokumenten und Sicherstellung von Abflug- und Transitbegleitung sowie Empfang in Afghanistan.
  • Die Reintegrationshilfe wurde in der Regel durch IOM Wien ausgezahlt.
  • Die Reintegrationshilfe wurde vom BM.I. bezahlt und war in folgender Höhe festgesetzt: EUR 500,- pro Einzelperson; EUR 800,- für Ehepaare; EUR 100,- für jedes Kind (jedoch maximal EUR 1200,- pro Familie).
  • IOM Kabul bat den Rückkehrenden Empfang, bei Bedarf auch Unterkunft und Verpflegung, und organisierte und eskortierte ggf. die Weiterreise in andere Landesteile. Zugleich wurden die Rückkehrenden umfassend beraten und informiert u.a. zu Minen, neuer rechtlicher Situation, medizinischer Versorgung und Schulen.
  • IOM Kabul stellte die Anbindung an bestehende Reintegrationsprogramme her. Es werden Sprach- und/oder Computerkurse sowie handwerkliche Ausbildungen wie Zimmer- und Maurerhandwerk, Malerei, Schweißen und Elektroinstallationen angeboten. Die Werkzeugausrüstung wird am Ende der Ausbildung an die Teilnehmer der handwerklichen Kurse vergeben, um ihren Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen.
  • Ab Ende März 2004 bat IOM Kabul den Rückkehrenden auch die Option der Unterstützung bei der Klein- oder Mittelgeschäftsneugründung, welche die Hilfe bei Erstellung des Geschäftsplans sowie einen nicht-rückzahlbaren Zuschuss in der Höhe von max. EUR 1.700 beinhaltete.
  • Die von IOM Kabul implementierten Reintegrationsaktivitäten fanden im Rahmen des Projekts "Return, Reception and Reintegration of Afghan Nationals to Afghanistan" (RANA, Rückkehr, Empfang und Reintegration von Afghanischen Staatsangehörigen in Afghanistan) statt und wurden hauptsächlich von der Europäischen Kommission mitfinanziert.

Aktualisierte Rückkehrinformation des UNHCR
Das Büro des UN Flüchtlingshochkommissariats aktualisierte zwei Mal pro Monat Informationen (Mass Information Updates) für Rückkehrer/innen nach Afghanistan, welche Informationen zu Sicherheit, Rückführung sowie Reintegrationshilfe beinhalteten. Sie wurden auf Englisch und den zwei gängigsten Sprachen in Afghanistan, Pashto und Dari, zur Verfügung gestellt.