CARE: Koordinierter Zugang zur Reintegration von Betroffenen von Menschenhandel

Laufzeit: 2. September 2013 bis 31. Dezember 2015

Das CARE-Projekt bietet Betroffenen von Menschenhandel, die aus Österreich, Frankreich, Portugal, Spanien und dem Vereinigten Königreich in ihr Herkunftsland zurückkehren, flexible und angepasste Unterstützung, damit sie wieder zu aktiven Mitgliedern der Gemeinschaft werden können. CARE verfolgt einen koordinierten und ganzheitlichen Zugang bei der Unterstützung von Betroffenen von Menschenhandel vor der Abreise, nach der Ankunft, und bei der Reintegration. Diese Vorgehensweise beinhaltet umfassende Unterstützung (unter anderem sozioökonomische Reintegrationsunterstützung, psychosoziale Hilfe, temporäre Unterkunft), basierend auf den individuellen Bedürfnissen der Rückkehrer/innen. Dadurch wird ihnen eine möglichst reibungslose Übergangszeit ermöglicht und das Risiko, erneut Betroffene/r von Menschenhandel zu werden, minimiert.

CARE wird bis zu 130 Betroffene von Menschenhandel, darunter 10 minderjährige Teilnehmer/innen, unterstützen. Die Teilnahme am Projekt ist für Betroffene von Menschenhandel möglich, die freiwillig in einen Drittstaat (außerhalb der Europäischen Union) zurückkehren möchten.

Projektaktivitäten
Einheitliche Information bezüglich der Reintegrationsmöglichkeiten werden wie folgt bereitgestellt:

  • Regelmäßige Informationstreffen, an denen Einrichtungen und NGOs, die mit Betroffenen von Menschenhandel arbeiten und Organisationen, die Programme zur unterstützten freiwilligen Rückkehr durchführen, teilnehmen werden;
  • Erstellung und Verbreitung einer Broschüre, die sich an Einrichtungen, die mit Betroffenen von Menschenhandel arbeiten, richtet. Diese NGOs und Dienstleister sollen als „Multiplikatoren" agieren. Dadurch wird sichergestellt, dass die Informationen auch die Betroffenen von Menschenhandel erreichen.

Bereitstellung von flexibler und maßgeschneiderter Unterstützung für rückkehrende Betroffene von Menschenhandel. Das Projekt arbeitet mit einem Betroffenen-zentrierten Zugang, der es erlaubt, jedem/r Teilnehmer/in individuelle Unterstützung anzubieten, die auf seine/ihre speziellen Bedürfnisse und Umstände abgestimmt ist.

  • Vor der Abreise werden die Bedürfnisse des Projektteilnehmers/der Projektteilnehmerin und die Risiken im Falle einer Rückkehr erhoben. Ein Reintegrationsplan wird in enger Zusammenarbeit zwischen den Projektteilnehmer/innen, den Einrichtungen und IOM entworfen. Dabei wird besonders darauf geachtet, die Kompetenzen und die Motivation der Rückkehrer/innen zu berücksichtigen. Gemeinsam mit der IOM Mission bzw. dem Implementierungspartner im jeweiligen Rückkehrland werden konkrete Möglichkeiten der Reintegration erarbeitet.
  • Die Unterstützung nach der Ankunft kann, sofern von der rückkehrenden Person gewünscht, folgende Maßnahmen umfassen: Empfang am Flughafen, sichere Unterbringung, medizinische und psychosoziale Untersuchung sowie Weiterreise zum gewünschten Zielort. Die individuelle Reintegrationsunterstützung wird ebenfalls je nach Bedarf bereitgestellt, und kann z.B. medizinische Versorgung, temporäre Unterkunft, Kinderbetreuung, psychosoziale Unterstützung, einkommensgenerierende Maßnahmen, Berufsausbildung, etc. beinhalten.
  • Jeder Reintegrationsplan wird über einen Zeitraum von zwölf Monaten nach der Rückkehr begleitet. Dies erfolgt mit Hilfe eines individuellen, mit dem/der Rückkehrer/in erstellten Monitoring-Plans.
  • Spezielles Augenmerk wird auf minderjährige Betroffene von Menschenhandel gelegt, für die eine Rückkehr ins Heimatland als beste Option ermittelt wurde. Vor der Abreise führt IOM in enger Zusammenarbeit mit dem/der Obsorgeberechtigten und dem/der Minderjährigen folgende Aktivitäten durch: Unterstützung bei der Suche nach der Familie, Beurteilung von Bedürfnissen und Risiken, allgemeine Beratung und die Identifizierung von Reintegrationsperspektiven (wie z.B. Ausbildungsmöglichkeiten). Wie von UNICEF empfohlen, wird die Rückkehr vorab mit allen beteiligten Akteur/innen sowohl aus dem EU Gastland, als auch aus dem Rückkehrland koordiniert. Die Rückreise kann nur dann angetreten werden, wenn eine Familienzusammenführung stattfindet, oder eine geeignete Organisation gefunden wird, die dem/der Rückkehrer/in nach der Ankunft sofortigen Schutz und Fürsorge bieten kann. Der/die Obsorgeberechtigte, oder, wenn dieser nicht verfügbar ist, IOM Personal, begleitet den/die Minderjährige/n während der gesamten Reise.


Kontakt
Katie Klaffenböck, M.A.
kklaffenboeck@iom.int
+43 1 585 33 22 46
 

Informationsmaterialien
Broschüre
Flyer für Betroffene von Menschenhandel


Partner
Außenministerium (Frankreich)
Foreign and Commonwealth Office (Vereinigtes Königreich)
Bundesministerium für Inneres (Österreich)
Bundeskriminalamt (Österreich)
Kommission für die Gleichstellung der Geschlechter (Portugal)
Generalstaatsanwaltschaft (Spanien)