Gender & Migration

Gender behandelt die sozial konstruierten und realen Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Insbesondere im Migrationsbereich ist Genderzugehörigkeit ein wichtiger Faktor, der die Migrationsprozesse und -erfahrungen entscheidend mitprägt. Heute sind circa 50 Prozent aller Migrant/innen Frauen, die zwar oft als Familienangehörige, aber verstärkt auch alleine migrieren um beispielsweise einer Arbeit anderswo nachzugehen. Als wirtschaftliche Entscheidungsträgerinnen in ihren Familien, ihrer Gemeinschaft und an ihren Arbeitsplätzen werden sie immer mehr zu Schlüsselpersonen im weltweiten Migrationsgeschehen.

Obwohl Frauen zumeist einen eingeschränkteren Zugang zu Ressourcen und weniger Entscheidungsmacht als Männer haben, kann der Migrationsprozess sie in ihrem Empowerment unterstützen.  Denn Ausbildung, Arbeitserfahrungen und wirtschaftliche Unabhängigkeit anderswo können Frauen dazu ermutigen, effektiver von ihren Rechten Gebrauch zu machen. Allerdings birgt der Migrationsprozess für Frauen auch mehr Risiken als für Männer, da sie eher Gefahr laufen physisch, sexuell und verbal missbraucht zu werden. Ebenso ist es wahrscheinlicher als Frau Opfer von Menschenhändlern zu werden und beispielweise zur Prostitution gezwungen zu werden. Als Frauen und Migrant/innen haben sie oft mit einer doppelten Diskriminierung am Arbeitsmarkt in den Zielländern zu kämpfen. Dies trifft insbesondere dann zu wenn ihr Status als „Familienangehörige“ ihren Zugang zum Arbeitsmarkt bzw. zu Sozial- und Gesundheitsprogrammen einschränkt und ihr Aufenthaltstitel an einen berufstätigen männlichen Partner geknüpft ist.


Der Zugang von IOM

IOM hat 1995 eine Gender- Mainstreaming- Policy eingeführt:

„IOM verpflichtet sich dazu, dass besondere Bedürfnisse von Migrantinnen identifiziert und in den verschiedenen Projekten und Programmen der Organisation berücksichtigt werden.“

Gender-Mainstreaming ist heute ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von IOM. Die Koordinationsstelle für Gender ist zum einen für die Entwicklung und Implementierung von Strategien und Programmen im Genderbereich verantwortlich. Zum anderen ist sie innerhalb von IOM für die Förderung von Genderbewusstsein und in diesem Zusammenhang sensiblem Handeln zuständig. Zudem wurde von IOM ein Netzwerk von Gender Focal Points in den IOM Missionen und Headquaters eingerichtet. Das Netzwerk besteht momentan aus 102 Personen (20 in Headquarters und 82 in den IOM Missionen).


Links

Die Aktivitäten von IOM zu Gendergleichstellung und Empowerment von Frauen finden Sie hier.


Kontakt

Mag.a Evelyn RAINER
erainer@iom.int
43 (0) 1 585 33 22 12